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Als Vertreter der Stadt Aachen waren Wolfgang Boenke, Vorsitzender des Schulausschusses im Stadtrat, sowie Karl-Josef Mathar als Leiter der Schulabteilung erschienen.Herr Mathar knüpfte an die beeindruckende Verabschiedung des nun pensionierten Ex-Schulleiters Günther Dick an und versprach dem Neuen, er finde „ein tolles Feld“ vor, das es nun zu bestellen gelte, außerdem ein tolles Kollegium, demnächst in einem tollen Erweiterungsbau. Ja, sogar eine neue Turnhalle wurde vor etwa sechzig begeisterten Ohrenzeugen in Aussicht gestellt. Für alle Fälle aber sei der Schulabteilungsleiter bei Sorgen und Nöten als „Anwalt der Schule“ immer für St. Leonhard da.
Ohne Absprache mit der Schuldezernentin, wie er beteuerte, zitierte auch Stefan Menzel den Zauber des Anfangs, diesmal nach Hermann Hesses legendärem Gedicht „Stufen“: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, / der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“
Beginnend mit der Stellenausschreibung und Vorstellung über das erstmals miterlebte abendliche „Schuljahrsabschlussgrillen“ des Kollegiums bis hin zum pünktlich gelungenen Umbau des Direktorenzimmers und der Entdeckung des - jetzt teilweise zu räumenden - riesigen Dachbodens mit seinen Requisiten skizzierte er eine Reihe von Stationen, in denen „Zauber und Überraschung“ an St. Leonhard für ihn spürbar wurden.
Hesses Wendung vom „Zauber […], der uns beschützt“ verdeutliche aber auch, dass der „Anfänger“ gefährdet sei, so Stefan Menzel. Die Gefährdung eines neuen Schulleiters liege in der Überfrachtung mit Ansprüchen und einer grundsätzlichen Überforderung von Schule und Schulleitung. Dann werde der Amtsinhaber selbst „gefährlich“ für seine Umgebung. Dem setzte Menzel die Kunst der Fokussierung, die stille Freude bei gelungenen Problemlösungen und das gemeinsame Lachen über weniger Gelungenes entgegen. Bei einem so hochkommunikativen Amt, in dem stets ein Ausgleich verschiedenster Interessengruppen angestrebt werden müsse, seien Kompromisse als „Urgrund demokratischer Strukturen“ unumgänglich. In diesem Zusammenhang forderte der „Zauberlehrling“ eine „behutsame Überprüfung dessen, was wir leisten können“, zumal mit der künftigen Qualitätsanalyse nach amtlichem Maßstab eine „Herkulesarbeit“ auf die Schulen zukomme.
Sein Ideal sieht Stefan Menzel in einer „Schule mit Herz“, die dem aktuellen Ruf nach einer Pädagogik mit mehr Nähe und Wärme entgegenkommt und doch dem Wunsch von Kindern und Jugendlichen nach Selbstständigkeit und Selbsterprobung entspricht. Hier habe ein überschaubares Gymnasium wie St. Leonhard es leichter als andere. Dies veranlasste den neuen Schulleiter, mit Zuversicht nach vorne, auf die jetzt beginnende gemeinsame Arbeit zu schauen.
Seine Stellvertreterin Beatrix Bartz hatte in der Zwischenzeit einen Blumenstrauß aus der Versenkung gezaubert und gab mit ironischem Augenzwinkern der allgemeinen Freude auf die kommende Zusammenarbeit Ausdruck. „Die Erwartungen sind hoch“, bestätigte sie dem neuen Chef. „Aber Sie werden sie erfüllen, sonst wären Sie schließlich nicht unser Wunschkandidat gewesen.“
Mit Stefan Menzels Worten „Dann eröffne ich hiermit die erste Lehrerkonferenz an St. Leonhard“ war dann gegen 10.30 Uhr der Schulalltag endgültig in die Jesuitenstraße zurückgekehrt.
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